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Praxis & How-to

Mit dem Betriebsrat über Auswertungen sprechen: eine Vorbereitung

Wer Auswertungen einführen will, sollte die Fragen des Betriebsrats kennen, bevor sie gestellt werden. Eine Vorbereitung in Unterlagen, Rollen und Konfiguration.

Team bespricht sich abends in einem gläsernen Besprechungsraum

Wer im Contact Center Gesprächsanalyse, Qualitätsmanagement oder KI-Assistenz einführen will, kommt am Betriebsrat nicht vorbei. Das ist kein Hindernis, sondern ein vorgesehener Teil des Weges. Gut vorbereitet wird daraus ein Gespräch, das die Einführung stabiler macht.

Dieser Beitrag zeigt, welche Fragen typischerweise kommen und welche Unterlagen helfen. Er ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Binden Sie Ihre Rechtsabteilung und Ihren Datenschutz früh ein.

#Warum der Betriebsrat mitbestimmt

Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG hat der Betriebsrat mitzubestimmen bei der „Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen“.

Der Wortlaut spricht von „bestimmt“. In der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts wird das seit Langem weit verstanden: Es genügt, dass eine Einrichtung objektiv geeignet ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen. Auf die Absicht kommt es nicht an.

Für ein Contact Center heißt das: Fast jede Auswertung, die Gespräche einzelnen Personen zuordnen kann, fällt darunter. Kommt keine Einigung zustande, entscheidet nach § 87 Abs. 2 die Einigungsstelle.

#Der richtige Zeitpunkt

Der häufigste Fehler ist ein später Termin. Wird der Betriebsrat erst informiert, wenn Verträge unterschrieben und Schulungen geplant sind, bleibt wenig Raum für Gestaltung. Das Gespräch wird dann zur Verteidigung.

Besser ist ein früher Termin in der Planungsphase, mit offenen Fragen statt fertiger Antworten. Viele Anliegen, etwa eine Auswertung nur auf Team-Ebene, lassen sich ohne Mehraufwand umsetzen, wenn sie rechtzeitig bekannt sind.

#Die Fragen, die kommen werden

Die Fragen eines Betriebsrats sind selten überraschend. Sie lassen sich in sechs Gruppen ordnen, und für jede können Sie vorab eine Antwort vorbereiten.

  • Zweck: Wofür wird ausgewertet? Wissenslücken finden, Prozesse verbessern, Qualität sichern?
  • Daten: Welche Daten entstehen? Aufzeichnungen, Transkripte, Themen, Stimmung, Kennzahlen?
  • Personenbezug: Werden Ergebnisse einzelnen Mitarbeitenden zugeordnet oder nur Teams?
  • Zugriff: Wer sieht welche Auswertung, und wer kann Rechte vergeben?
  • Fristen: Wie lange werden Aufzeichnungen und Ergebnisse gespeichert?
  • Änderungen: Was passiert, wenn später neue Auswertungen hinzukommen?

#Konfiguration statt Absichtserklärung

Ein Satz wie „Wir werden das nicht zur Leistungskontrolle nutzen“ überzeugt wenig. Überzeugend ist eine Konfiguration, die es nicht zulässt. Univerx lässt sich so konfigurieren, dass Aufzeichnung, Auswertung und Rollenrechte den vereinbarten Regeln folgen.

Zeigen Sie deshalb nicht nur Folien, sondern die Einstellungen selbst. Die folgende Tabelle ordnet typische Fragen den Stellen zu, an denen die Antwort im System sichtbar wird.

FrageWas Sie zeigenWo es geregelt ist
Wer sieht Einzelgespräche?Rollen mit und ohne EinsichtZentrale Administration, Rollenrechte
Wird jedes Gespräch aufgezeichnet?Aufzeichnungsregeln und EinwilligungsabfrageRegeln je Warteschlange und Kanal
Auf welcher Ebene wird ausgewertet?Ansicht für Team oder BereichGesprächsanalyse
Wie lange bleibt etwas gespeichert?AufbewahrungsfristenDatenschutzeinstellungen
Wer darf Daten exportieren?Exportrechte je RolleDatenschutz, Rollenrechte
Zwei Kollegen besprechen sich im abgedunkelten Büro
Ein Termin am System überzeugt mehr als jede Folie: Rollen, Regeln und Fristen werden dort gezeigt, wo sie wirken.

#Rollen klar beschreiben

Viele Missverständnisse entstehen, weil „die Führung“ als eine Rolle verstanden wird. In der Praxis gibt es mehrere, mit unterschiedlichem Bedarf. Beschreiben Sie jede Rolle mit dem, was sie sieht und was nicht.

  • Mitarbeitende sehen eigene Gespräche, eigene Zusammenfassungen und Assist-Vorschläge.
  • Teamleitungen sehen Themen und Kennzahlen ihres Teams, Einzelheiten nur im vereinbarten Rahmen.
  • Qualitätsmanagement bewertet Gespräche nach einem vereinbarten Bogen, mit Stichproben statt Vollauswertung.
  • Administration vergibt Rechte, sieht aber keine Inhalte, die sie nicht braucht.

#KI-Auswertungen gesondert darlegen

Bei KI-gestützten Auswertungen, etwa Stimmung oder automatischer Qualitätsbewertung, sind die Fragen genauer. Wie entsteht ein Ergebnis? Kann es irren? Wer entscheidet über Folgen?

Legen Sie offen, welche Merkmale in ein Ergebnis einfließen, und zeigen Sie an einem Beispielgespräch, wie es aussieht. Ein konkretes Beispiel beantwortet mehr Fragen als jede Beschreibung.

Hilfreich ist eine klare Haltung: KI-Ergebnisse sind Hinweise, keine Urteile. Eine Bewertung, die Folgen für eine Person haben kann, trifft ein Mensch. Diese Grundsätze beschreibt das Trust Center unter Verantwortungsvolle KI.

#Unterlagen, die das Gespräch tragen

  1. Zweckbeschreibung. Eine Seite: Was soll erreicht werden, was ausdrücklich nicht?
  2. Datenübersicht. Welche Daten entstehen, wo sie liegen, wie lange sie bleiben.
  3. Rollenmatrix. Jede Rolle mit ihren Ansichten und Rechten.
  4. Bildschirmansichten. Die Ansichten so, wie die jeweilige Rolle sie sieht.
  5. Datenschutz-Folgenabschätzung. Bei Gesprächsanalyse meist angezeigt, siehe DSFA.
  6. Änderungsverfahren. Wie neue Auswertungen beantragt und abgestimmt werden.

Das Ergebnis mündet in der Regel in eine Betriebsvereinbarung. Sie kann nach Art. 88 DSGVO zugleich spezifischere Regeln für die Verarbeitung von Beschäftigtendaten enthalten.

#Den Pilot als Anschauung nutzen

Ein Pilot mit einem Team und einem Kanal ist auch für den Betriebsrat ein guter Rahmen. Er zeigt echte Ansichten statt Annahmen und lässt sich zeitlich und inhaltlich begrenzen. Wie das gelingt, beschreibt der Beitrag Pilot mit einem Team und einem Kanal.

Wie Themen statt Einzelzahlen die Arbeit der Teamleitung verändern, zeigt der Beitrag Die Teamleitung sieht Themen, nicht nur Zahlen.

Sehen Sie Univerx an Ihrem eigenen Beispiel.

In einer Demo zeigen wir die Plattform entlang Ihrer Kanäle und Anliegen – vom KI-Agenten über Video und Einsatzplanung bis zur Auswertung.

Online, in Deutsch oder Englisch, ohne Vorbereitung auf Ihrer Seite.